
Gibt es Bindungstypen?
About the event
Die Veranstaltung beginnt 18.00 Uhr. Es gibt ein bekanntes Experiment zu den Bindungstypen, der so genannte „Fremde-Situations-Test“ (*Strange Situation Test*), der in den 1970er-Jahren von der Entwicklungspsychologin Mary Ainsworth (aufbauend auf der Bindungstheorie von John Bowlby) entwickelt wurde.
Das Experiment: Der Fremde-Situations-Test
Ziel: Untersuchung der Bindungsqualität zwischen Kleinkindern (ca. 12–18 Monate) und ihrer primären Bezugsperson (meist der Mutter) unter stressauslösenden Bedingungen. Ablauf (8 kurze Phasen von je ca. 3 Minuten):
• Erkundung: Kind und Mutter betreten einen Raum mit Spielzeug. Das Kind spielt. • Fremde Person tritt ein: Eine unbekannte Person betritt den Raum, spricht mit der Mutter und nimmt Kontakt zum Kind auf. • Erste Trennung: Die Mutter verlässt leise den Raum. Das Kind bleibt mit der fremden Person zurück. • Erste Wiedervereinigung: Die Mutter kehrt zurück, tröstet das Kind bei Bedarf, und die fremde Person geht. • Zweite Trennung: Die Mutter verlässt erneut den Raum. Das Kind ist völlig allein. • Fremde Person kehrt zurück: Die fremde Person betritt den Raum und versucht, das Kind zu beruhigen. • Zweite Wiedervereinigung: Die Mutter kehrt zurück, begrüßt und tröstet das Kind.
Abgeleitet daraus: die Bindungstypen
Ainsworth beobachtete vor allem das Verhalten der Kinder bei der Wiedervereinigung mit der Mutter und identifizierte ursprünglich drei (später von Mary Main um einen vierten ergänzte) Arten von Verhalten. Daraus leitete sie ab, dass Bindungstypen gibt: Sichere Bindung, unsicher-vermeidende Bindung, unsicher-ambivalente Bindung und desorganisierte Bindung. Diese Bindungsmuster prägen laut Ainsworth das spätere Leben. Ist diese Theorie brauchbar oder nicht? Was kann man daraus lernen?





